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BILD… würden wir alles akzeptieren,
was sich unter dem Deckmantel
„Tradition“ verbirgt, hätten
wir hier in Mitteleuropa noch
die Hexenverbrennung!

Traditionen sind nicht einfach da! Sie entwickeln sich genau so wie die kulturelle Evolution bei Lebewesen. Sie passen sich Lebensbedingungen und dem besseren Verstehen an, basieren auf Ethik und Respekt vor Mensch, Tier und Natur. Traditionen können angepasst, beendet oder vergessen werden.
Wenn wir den Fokus auf einige wenige als „Tradition“ deklarierten Tierquälereien wie Stierkämpfe, Treibjagden, Hundekämpfe und andere Missbräuche von Tieren lenken, kriegt jeder normale Mensch eine Gänsehaut. Zoomen wir aber
heraus, was für Massaker an den uns Tauchern nahestehenden Meeressäuger verübt werden, dreht sich der Magen um……
Man hörte es seit Jahren, aber dank dem mit dem Oskar ausgezeichneten Dokumentarfilm „Die Bucht“ weiss es die Welt, was hinter den Kulissen des malerischen
Fischerdörfchen Taiji, rund 700 Kilometer südlich von Tokio, abgeht.
Alle paar Tage fahren die Fischer des Ortes hinaus, treiben Delphine zusammen und jagen sie in eine hermetisch abgeschottete Bucht. Dort sortieren sie die schönsten
Exemplare zum lukrativen Verkauf an Delphinarien aus – auch nach Europa!!! Den grossen Rest der Tiere stechen sie auf brutalste Weise ab, und am Ende der Jagdsaison sind 2000 Tiere tot! Das mit Quecksilber verseuchte Fleisch wird in Japanischen Schulen als „Zwischenmalzeit“ verabreicht……
Doch müssen wir gar nicht so weit nach Asien schauen, eine Drehung Richtung nördlichem Breitengrad genügt vollends.
Schauplatz: Färöer Inseln, gehörend zum Königreich Dänemark, aber weitgehend selber verwaltend!
Was sich dort mehrmals jährlich abspielt, steht den Massakern im japanischen Taiji in Sachen Grausamkeit um nichts nach – im Gegenteil! Was sich bei den Japanern im Versteckten abspielt, artet bei den Färingern in ein Volksfest für „Kind und Kegel“ aus!
Wer die im Web veröffentlichen Videoclips und Bilder gesehen hat, wie Männer mit lustvollem Gesichtsausdruck auf im Todeskampf um sich schlagenden Meeressäuger einhacken, oder Kinder, im Beisein der Eltern, sterbenden Walen auf den Rücken klettern, kann sich nur schwer mit der Ausrede „Tradition“ oder „Nahrungserwerb“ abfinden, sondern empfindet nur noch pure Verabscheuung!!!
Sogar Sigmundur Isfeld, Chefdiplomat der Färinger Autonomieregierung, welcher einmal eine „Grindadrap“ (Walschlachtung) miterlebte, bringt es selber auf den Punkt: Das blutige Wasser sah wirklich nach Gemetzel aus, während die Stimmung bei den Zuschauern eher wie auf einem Volksfest gewirkt habe……

Kurt Amsler geb. 1946 am Zürichsee in der Schweiz;
führt ein wasserverbundenes Leben. Berufsfotograf
und Absolvent der Kunstgewerbeschule Zürich,
ausgezeichnet mit über 100 Foto und Buchpreisen,
arbeitet er international für Werbeagenturen, Tauchmedien,
People-Magazine bis National Geographic.
Kurt Amsler fotografiert nicht nur, seit jeher setzt
er sich auch zum Schutze der Unterwasserwelt ein.
Seit einigen Jahren lebt er in Südfrankreich – mit
Blick aufs Meer…
www.photosub.com, www.seaturtles.ch

Links zum Trailer „Die Bucht“ und „Färöer Massaker”
http://www.youtube.com/watch?v=q4hGx7GWAwc&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=4e7vN_ojufg&feature=related


Weitere Informationen zum Massaker an den Walen auf den Färöer Inseln erhalten Sie, liebe Leser, in dieser AQUANAUT-Ausgabe auf Seite 38 und 39. Wesentlich Erfreulicheres über die sanften Giganten der Meere und Bilder zum Schwelgen finden Sie in unserem Wale-Spezial ab Seite 26.

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