Wie ein Videoclip zum Schutz der Korallenriffe beitragen kann

Vier Minuten und 27 Sekunden dauert der Videoclip, den Vanessa Cara-Kerr ins Internet gestellt hat. Sie erzählt damit die „Coral Love Story“. Ihre bunte Animation hat aber einen ernsten Hintergrund.

Die Non-Profit-Organisation Secore züchtet Korallen im Labor. Die so vermehrten Korallen setzen Taucher anschließend wieder im Meer aus, um neues Leben in geschädigte oder tote Riffe zu bringen. Klingt simpel, ist aber komplex. Und wie bringt man Menschen solch ein Thema näher?

Vanessa Cara-Kerr hat eine Antwort auf diese Frage gesucht – und am Computer einen Videoclip produziert. Idee, Drehbuch, Animation und Musikmix – alles stammt von ihr. Ihren vier Minuten und 27 Sekunden langen Zeichentrickfilm hat sie dann ins Internet gestellt. „Animationen sind nützlich, wenn man etwas erklären will, das nicht gefilmt werden kann, das man aber trotzdem verständlich machen will“, sagt die 32-Jährige.

Ein neues Riff entsteht
In dem Film erzählt Vanessa Cara-Kerr die „Coral Love Story“: Koralle Cora möchte sich fortpflanzen, ist dabei aber auf Hilfe angewiesen. Secore-Taucher sammeln Koralleneier und Spermien ein, bringen sie ins Labor – und ermöglichen die Paarung. Eine neue Koralle wächst. Später setzen Taucher die gezüchteten Korallen wieder aus – und das Wachstum geht weiter. Ein neues Korallenriff entsteht.

Eine Koralle pflanzt sich ähnlich fort wie eine Blume. Allerdings trägt nicht der Wind die Geschlechtszellen weiter, sondern die Meeresströmung. Der maritime Liebesakt geschieht unter großem Zeitdruck: Nur einmal im Jahr geben Korallen ihre Geschlechtszellen (Gameten) ab. In den 1980er-Jahren wurde dieser Prozess zum ersten Mal wissenschaftlich dokumentiert und in Zusammenhang mit der Mondphase und Wassertemperatur gebracht. In sehr kurzer Zeit werden so viele Gameten geballt entlassen, dass Taucher im Wasser kaum mehr als einen Meter weit sehen können.

„Mit erschreckender Geschwindigkeit“
Dennoch: „Korallenriffe sterben weltweit mit erschreckender Geschwindigkeit“, heißt es bei Secore. Das Ziel von Secore ist es seit mehr als zehn Jahren, Riffe zu restaurieren – die Organisation flankiert diese Tätigkeit mit Bildungsprojekten und Öffentlichkeitsarbeit. Aktiv war Secore bereits an Riffen in Curacao, Puerto Rico, Belize, Singapur, Mexiko, den Philippinen und Guam. „Nach einer Phase vor Ort werden die Projekte dann schrittweise an lokale Partner übergeben.“ So soll Nachhaltigkeit gewährleistet werden. Schließlich bieten die Riffe einigen Hundert Millionen Menschen – besonders in Asien und in der Karibik – eine Nahrungsgrundlage.

Vanessa Cara-Kerr war von der Arbeit von Secore beeindruckt. Im September 2014 hatte die passionierte Taucherin bereits „Reef Patrol“ gestartet. Dabei handelt es sich um eine nicht-kommerzielle Website, auf der sie ihr Wissen aus den Bereichen Film und Fotografie einsetzt, um Menschen auf den Schutz der Meere hinzuweisen. „Ich bin kein Forscher oder Biologe“, sagt sie. „Aber ich möchte trotzdem meinen Teil beitragen.“

Haie als Namensgeber
Die „Coral Love Story“ ist nicht das erste Werk von Vanessa Cara-Kerr. In ihrem Youtube-Kanal zeigt sie ihre Filme. Dort findet sich auch der Clip „Reef Patrol“. Ein Film über Schwarzspitzen-Riffhaie – und Namensgeber ihrer Facebook-Präsenz und ihrer Website. (tap)

- Anzeige -


Verwandte Artikel

Glass and Water – Handbuch für freitauchende Fotografen

Buchtipp für Freitaucher, Unterwasserfotografen und alle, die Freitauchen und Fotografie kombinieren: „Glass and Water: The Essential Guide to Freediving for Underwater Photography“. Mark Harris schließt damit eine Lücke auf dem Fotobuch-Markt.

Weltrekordversuch von Guy Garman endet mit tragischem Unfall

Guy Garman machte sich als „Doc Deep“ einen Namen. Nun wollte der US-Amerikaner mit offenen Atemgerät 365 Meter hinab. Der Weltrekordversuch vor den Virgin Islands wurde Guy Garman allerdings zum Verhängnis.

Erfolge im Kampf gegen delfin-tödliche Hainetze

Nach dem vierten Beifangtod eines der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine in diesem Jahr in einem Hainetz vor Richards Bay, Südafrika, wird jetzt eines der für Delfine besonders gefährlichen Netze abgebaut, ein weiteres wird halbiert.

Kommentar schreiben

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .