Taucher werden zu Archäologen – Seminar auf dem Meeresgrund

Taucher werden zu Archäologen – Seminar auf dem Meeresgrund

Im Sommer 2015 geht es in Rostock wieder ums Wracktauchen. Vom 24. Bis 29. August 2015 will die Gesellschaft für Schiffsarchäologie vermitteln, warum Wracks nicht nur spannende Tauchziele sind.

Die Ostsee gilt als das wrackreichste Binnenmeer der Welt. Die alten Schiffe, die auf dem Meeresgrund liegen, sind für Archäologen Zeugen der Geschichte. Diese Faszination, die von Schiffswracks ausgeht, soll beim 16. Schiffsarchäologischen Seminar vom 24. bis 29. August den Teilnehmern in Rostock nähergebracht werden.

Teilnehmer bei einer Vermessungs-Übung am Strand. (Fotos: Martin Siegel)

Teilnehmer bei einer Vermessungs-Übung am Strand. (Fotos: Martin Siegel)

Methoden beim Tauchen lernen
Das Seminar der Gesellschaft für Schiffsarchäologie vermittelt an sechs Tagen Grundwissen der Unterwasserarchäologie im Ostseeraum, des Denkmalrechtes, der Ethik und verschiedene Prospektions- und Dokumentationstechniken. Die Palette reicht dabei von einfachen Such- und Dokumentationsmethoden für Sporttaucher bis zu neuen, hochtechnischen Lösungen der Aufgabe – Vermessen unter Wasser. Anhand der Betrachtung bedeutender Schiffswracks von den Anfängen bis zur Neuzeit sollen die Teilnehmer einen Überblick über deren Geschichte und aktuelle Forschungen erlangen.

Die Veranstaltung teilt sich in 20 Stunden Theorie und 20 Stunden Praxis. So stehen nach Messübungen am Strand mehrere Bootsausfahrten und Strandtauchgänge auf dem Programm. Beim Tauchen wenden die Teilnehmer dann die gelernten Methoden an. Getaucht wird an einem Stahl-Schiffswrack, das mit dem Tauchboot angesteuert wird, und einer historischen Hafenanlage in drei Metern Wassertiefe, die vom Strand aus erreichbar ist. Wann die Tauchgänge angesetzt werden, entscheiden die Seminarleiter nach Wetterlage. Ebenfalls geplant ist eine Führung durch das Schiffsbaumuseum Rostock und der Besuch einer Bootswerft für traditionellen Schiffbau.

Teilnehmerzahl begrenzt
Das Seminar richtet sich an Studenten und archäologisch interessierte Taucher. Teilnehmer brauchen eine gültige Tauchtauglichkeitsuntersuchung und müssen mindestens 40 geloggte Tauchgänge vorweisen. Die Ausbildung der Gesellschaft für Schiffsarchäologie ist als Qualifizierungskurs für den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger und als Vertiefungsseminar für den Spezialkurs „Denkmalgerechtes Tauchen“ des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) geeignet. Jedem erfolgreichen Kursteilnehmer wird das VDST-Brevet Spezialkurs „Unterwasserarchäologie I“ ausgestellt. Nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen (Prüfung und Survey Report) kann auch der Spezialkurs „Unterwasserarchäologie II“ brevetiert werden.

Das Seminar ist auf zwölf Teilnehmer begrenzt. Die Teilnahme kostet 200 Euro für Studenten und Mitglieder oder 300 Euro für Vollzahler. Am theoretischen Teil können Gasthörer für 20 Euro teilnehmen. Weitere Informationen zum Seminar und zur Anmeldung finden sich auf der Webseite des Schiffsarchäologischen Seminars. (dah)

- Anzeige -


Verwandte Artikel

Das neue Buch von Aquanaut-Autor Hanspeter Gsell

Das vierte Buch des Schweizer Autors Hanspeter Gsell: Ein unterhaltender Reiseverführer nicht nur für Taucher und Schnorchler, sondern ein Muss für jeden Reisenden!

Glass and Water – Handbuch für freitauchende Fotografen

Buchtipp für Freitaucher, Unterwasserfotografen und alle, die Freitauchen und Fotografie kombinieren: „Glass and Water: The Essential Guide to Freediving for Underwater Photography“. Mark Harris schließt damit eine Lücke auf dem Fotobuch-Markt.

Rückblick BOOT 2016

Bei Tauchern belegt die boot Düsseldorf längst einen festen Platz im Terminkalender, so auch in diesem Jahr vom 23. bis 31. Januar. Auf der belebten Bühne des Tauchturmes fanden diverse Veranstaltungen für alle Taucher,

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar
Keine Kommentare Schreibe einen Kommentar zu diesem Beitrag comment this post!

Kommentar schreiben

<

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.