Foto und Video – Uwe Kiehl baut Unterwasser-Gehäuse für Kameras

Foto und Video – Uwe Kiehl baut Unterwasser-Gehäuse für Kameras

Uwe Kiehl baut Unterwasser-Gehäuse für Kameras – seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Auf der ganzen Welt sind seine Erfindungen im Einsatz. Etwa in chinesischen Atomkraftwerken und bei der Schweizer Polizei.

2009, kurz nachdem Uwe Kiehl mit dem Apnoe-Tauchen angefangen hatte, flog er nach Ägypten. „Da hab ich gesehen, dass die Profis mit ihren Plastikgehäusen für die GoPro-Kameras bis auf 100 Meter tauchen“, sagt Kiehl. „Und dabei sind die Plastikdinger nur bis 60 Meter wasserdicht.“

Ein halbes Jahr später, als Uwe Kiehl das nächste Mal nach Ägypten kam, hatte er GoPro-Gehäuse aus Aluminium im Gepäck. Selbst entwickelt – und in seiner heimischen Werkstatt gefertigt. Seine GoPro-Alu-Gehäuse sind dicht bis 200 Meter. Kein Wunder, dass sie heute auch dazu verwendet werden, Freedive-Rekordversuche zu dokumentieren.

Auf der ganzen Welt im Einsatz

Uwe Kiehl.

Uwe Kiehl.

Uwe Kiehl baut Unterwasser-Gehäuse für Kameras. Und das schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Zum 1. Januar 1990 hat Kiehl im hessischen Beselich seine Firma „UK-Germany“ gegründet. Die Foto- und Video-Gehäuse, die er baut, sind auf der ganzen Welt im Einsatz. Und sein Wissen hat er sich im Laufe der Jahre selbst beigebracht. Was anderes sei ihm gar nicht übrig geblieben: „Die Mitbewerber verraten ja nichts von ihrem Know-How“.

Mit einer seiner neuesten Erfindungen kann Uwe Kiehl Unterwasser-Filme drehen, ohne selbst nass zu werden. „LÜS“ („Live-Überwachungs-System“) hat er sie genannt. „Aber das ist nur ein vorläufiger Arbeitstitel.“

Per Kabel an die Oberfläche
Beim „LÜS“ ist eine im Alu-Gehäuse verpackte GoPro-Actioncam an einer fünf Meter langen Stange montiert. Was die Kamera sieht, wird per Kabel direkt an einen Monitor an der Oberfläche gesendet. So sieht der Kameramann von Land aus, was seine GoPro aufzeichnet.

Das "LÜS" im Einsatz: Uwe Kiehl filmt einen Apnoe-Taucher beim Training.

Das „LÜS“ im Einsatz: Uwe Kiehl filmt einen Apnoe-Taucher beim Training. (Fotos: Tobias Appelt)

Beim „LÜS“ ist eine im Alu-Gehäuse verpackte GoPro-Actioncam an einer fünf Meter langen Stange montiert. Was die Kamera sieht, wird per Kabel direkt an einen Monitor an der Oberfläche gesendet. So sieht der Kameramann von Land aus, was seine GoPro aufzeichnet.

Die LÜS-Technik wird laut Kiehl inzwischen auch von der Schweizer Wasserschutzpolizei verwendet, etwa bei der Suche nach Diebesgut in geringen Tiefen. „Die Suche kann vom Boot aus stattfinden“, sagt Kiehl, „so wird am Grund nichts aufgewirbelt und die Taucher müssen erst ins Wasser, wenn der Fundort klar ist.“

Unsichtbares sichtbar machen
Kiehl möchte mit seinen Erfindungen dazu beitragen, dass sichtbar wird, was unter der Wasseroberfläche stattfindet. So sollen auch Nichttaucher sehen können, wie faszinierend der Unterwassersport sein kann. Ein Traum von ihm ist es, Unterwasser-Eishockey-Partien oder Apnoe-Wettbewerbe auf eine große Leinwand zu übertragen oder live ins Internet zu streamen.

Beim Kamerabau folgt Uwe Kiehl seiner eigenen Philosophie. Normalerweise sieht der Weg so aus: Ein Kamerahersteller bringt ein neues Modell auf den Markt, und dann entwickeln die Gehäusebauer einen passenden Wasserschutz. Kiehl setzt bei seinen Gehäusen auf drei Grundgrößen, die er dann an die Kameramodelle anpasst. Flexibler und schneller sei er dadurch. „Früher konnte ich nur für die gängigsten Modelle Gehäuse vorhalten“, blickt Kiehl zurück. „Heute kann ich bei Anfragen viel öfter sagen: Ja, da kann ich Dir was bauen.“

Nicht jede Taste bedienbar
Bei der Nutzung von Kiehls Gehäusen kann es jedoch sein, dass der Fotograf unter Wasser nicht jede Taste seiner Kamera bedienen kann. „Wer braucht denn schon alle Knöpfe?“, fragt der Pragmatiker. Zoom, Auslöser, Zeit, Blende, ISO – diese Funktionen sind immer vorgegeben. „Und dann schauen wir ganz individuell, welche Auswahlmöglichkeiten der Kunde noch haben möchte.“

Neben seinem „Tagesgeschäft“, dem Bau klassischer Unterwasser-Gehäuse, entstehen in Kiehls Werkstatt eine ganze Reihe von Spezialanfertigungen. Zuweilen staunt er selbst, wofür seine Gehäuse dann später verwendet werden. Mit einem seiner Produkte werden regelmäßig Aufnahmen im Kühlwasserbecken eines chinesischen Atomkraftwerks gemacht. Außerdem kam ein Spezialgehäuse von Uwe Kiehl in den mexikanischen Cenoten bei den Dreharbeiten für den 3D-Kinofilm „Verborgene Welten“ zum Einsatz. Und auch als Apnoe-Star Christian Redl jüngst am Nordpol tauchte, waren Uwe Kiehls Kameragehäuse dabei.

Kamera im Gartenteich
Was kommt als nächstes? „Neue Ideen habe ich aber immer noch genug“, sagt er. Gerade erst hat Kiehl eines seiner GoPro-Gehäuse samt Kamera im heimischen Gartenteich versenkt. So kann er, während er auf der Terrasse sitzt, den Fischen dabei zusehen, wenn sie ihre Bahnen ziehen – und via Smartphone-App alle Funktionen der Kamera steuern. (tap)

 

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