Verband legt neue Zahlen vor – Tauchsport hat Nachwuchsproblem

Verband legt neue Zahlen vor – Tauchsport hat Nachwuchsproblem

Taucher werden immer älter – und der Nachwuchs bleibt aus. Das belegen Zahlen des Tauchsportverbands NRW. Die Verantwortlichen warnen: Es handelt sich um einen allgemeinen Trend – und es sei Zeit, etwas dagegen zu tun.

Dem Tauchsport fehlt der Nachwuchs. Nach aktuellen Zahlen des Tauchsportverbands NRW (TSV NRW) werden Taucher immer älter. Es handle sich dabei um ein Phänomen, das nicht nur auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen beschränkt ist – sondern um einen allgemeinen Trend, sagte TSV-Vizepräsidentin Dr. Eva Selic beim 1. Tauchertag in Bochum.

f

Dr. Eva Selic, Vizepräsidentin des Tauchsportverbands NRW. (Foto: Tobias Appelt)

1997 habe man beim TSV noch rund 6000 Mitglieder in der Gruppe der 27- bis 40-Jährigen gezählt. 2013 gab es in dieser Altersgruppe nur noch etwa 2500 Mitglieder. Dafür sei ein zahlenmäßiger Anstieg in den höheren Altersgruppen zu beobachten gewesen – egal, ob bei Männern oder Frauen. Kurz: Die im Verband aktiven Taucher sind älter geworden, zugleich rückten Jüngere nicht nach.

Die Zahlen stagnieren
„Es gelingt uns zwar, Taucher über mehrere Lebensphasen an den Sport zu binden“, sagte Selic. „Aber trotz intensiver Kinder- und Jugendarbeit in der Vergangenheit blieb der erhoffte Mitgliederanstieg bei den Jüngeren aus. Die Zahlen stagnieren. Da sehe ich ein Problem auf uns zukommen.“

Tauchvereine und Verbände dürften vor dieser Entwicklung nicht die Augen verschließen. „Wir können diese Zahlen nicht wegleugnen“, sagte Selic auf dem Tauchertag-Podium. Die Verantwortlichen müssten sich die Frage stellen, wie sie auf den sich abzeichenden Mitgliederschwund, der sich in den kommenden 20 Jahren noch verschärfen werde, reagieren können – und zugleich prüfen, ob ihre Angebote tatsächlich die Interessen und Lebensstile der von ihnen angesprochenen Altersklassen widerspiegeln.

Möglichst breit aufstellen
Eine Antwort auf den demografischen Wandel im Tauchsport sei das möglichst breite Aufstellen bei Vereins- und Verbandsaktivitäten. Unter dem Dach eines Tauchvereins könnten etwa verstärkt Aktivitäten für Nichttaucher angeboten werden, um diese mit dem Sport in Kontakt zu bringen.

„Tauchen ist mehr als ein Sport“, stellte Selic abschließend klar. Es gehe auch um soziale Netzwerke, das Erleben der Natur, den Aspekt des Lebenslangen Lernens, Umwelt- und Wissenschaftsthemen, Fotografie und Video, Freizeit und Entspannung. Mit diesen Stichwörtern müsse man für den Sport werben, um auch in der Zukunft eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen. (tap)

- Anzeige -


Verwandte Artikel

„Erfahrungsaustausch Tauchen“ – Der Taucher-Treff auf Facebook

In der Gruppe „Erfahrungsaustausch Tauchen“ auf Facebook diskutieren tausende Taucher lebhaft über ihren Sport. Tim Ollmann, der Gründer der Gruppe, spricht darüber, warum er die Gruppe gegründet hat.

Touristen zerstören Natur

Bevor die Natur unwiderruflich zerstört wird, hat Thailand eingegriffen und den Zugang zur Insel Tachai gesperrt. Sie liegt im Similan Nationalpark, nordwestlich von Phuket

Apnoe-Sportler Jonas Krahn über die Faszination des Freitauchens

Sie nennen ihn den „See-König“: Der Apnoe-Sportler Jonas Krahn taucht in Seen ohne Flossen bis zu 80 Meter in die Finsternis. Mit Aquanaut Online sprach der 30-jährige Berliner darüber, was ihn an seinem atemberaubenden Sport begeistert.

Kommentar schreiben

<

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.