Warum das „Nano Focus Light“ eine zweite Chance bekommen hat

Warum das „Nano Focus Light“ eine zweite Chance bekommen hat

Wittert das menschliche Gehirn ein Schnäppchen, setzt es schon mal aus. So erging es unserem Autor. Er hat sich erneut ein Lampenmodell gekauft, das ihn schon einmal bitter enttäuscht hat. Warum? Das erklärt er hier.

„Lass die Finger von dem China-Kram“, hatte der Kollege noch gesagt. Aber die Lampe war im Sonderangebot, 45 Euro. Und ich wollte dem Modell, obwohl es mich schon einmal enttäuscht hatte, noch eine Chance geben – außerdem war für den Folgetag ein Nachttauchgang geplant, und ohne Fokussier-Licht wären wohl kaum brauchbare Bilder entstanden. Also wechselten mehrere Scheine den Besitzer. Und in einer Plastiktüte trug ich eine Lampe namens „Ultra Compact Focusing Light“ der Marke Fantasea von der „boot“ nach Hause.

Dass dieser Kauf nicht unbedingt die cleverste Tat des Tages war, schwante mir bereits. Doch es war Ende Januar, die Tage verbrachte ich in der Halle 3 der Messe „boot“ in Düsseldorf. Und irgendwie setzte dann wohl zeitweise der Verstand aus. Schnäppchenjagd. Sie kennen das doch auch, oder?

Beim ersten Tauchgang voller Wasser gelaufen

Nano Focus Light

Nachdem die Lampe zum zweiten Mal voll Wasser gelaufen war, war sie auch nicht mehr zu retten. (Foto: Tobias Appelt)

Ich hatte schon einmal ein solches „Ultra Compact Focusing Light“, das manchmal auch „Nano Focus Light“ heißt, besessen. Schon beim ersten Tauchgang ist mir das Lämpchen voller Wasser gelaufen. Nach schonender Trocknung war die Elektronik zwar noch zu retten. Nach dem zweiten Wassereinbruch war dann jedoch endgültig Schluss.

Baubedingt hat diese Lampe zwei Schwachstellen. Der Hersteller hat dem Modell nur einen O-Ring spendiert, um das Wasser draußen zu halten. Und man schaltet sie ein, indem man den Lampenkopf per Drehung quasi „öffnet“. Dreht man dabei ein Stückchen zu weit, rächt sich, dass es nur einen O-Ring gibt.

Abgesehen davon, gefiel mir die kompakte Lampe recht gut. Die acht LEDs geben ordentlich Licht, die Lampe wiegt nicht viel, sie zieht nicht viel Energie aus den vier eingesetzten AAA-Batterien – kurz: Sie erfüllt ihren Zweck. Dank eines eingebauten Sensors schaltet sie sich sogar automatisch ab, wenn der Blitz auslöst. Verspricht jedenfalls der Hersteller. Um dies unter Wasser tatsächlich zu erleben, muss das Blitzlicht aber schon recht frontal auf die Lampe treffen. Und das passiert halt eher selten, weil für gewöhnlich Blitz und Fokussierlicht nun mal beide aufs Objekt gerichtet sind.

Den Lampenkopf zu weit gedreht?
Sei’s drum. Ich habe mir eingeredet, dass das Volllaufen der Lampe auf einen Anwenderfehler zurückzuführen sei. Vielleicht hatte ich den O-Ring nicht ordentlich gefettet? Oder er war beschädigt? Oder ich habe bei der Bedienung mit dicken Handschuhen den Lampenkopf zu weit gedreht? Ist ja alles möglich. Oder habe ich mir bei der späteren Reklamation einfach einreden lassen, dass hier der „DAU“ (der „Dümmste Anzunehmende User“) am Werk war?

Wer weiß. Jedenfalls steckt die Lampe beim Tauchen nun wieder am Kameragehäuse. Bei der Premiere ist sie trocken geblieben. Mal sehen, wie lange sie durchhält… (tap)

 

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