Nordseetaucher Andi Peters geht im neuen Buch „Zurück zum Meeresgrund“

Nordseetaucher Andi Peters geht im neuen Buch „Zurück zum Meeresgrund“

Andi Peters ist der Nordseetaucher – und er hat ein Buch über die Faszination von Nordsee-Wracks geschrieben. Darin erzählt er die Geschichte des gesunkenen U-Boots UC-71. Jetzt arbeitet er an seinem zweiten Buch – „Zurück zum Meeresgrund“. Worum es diesmal geht, verrät der 41-Jährige im Interview.

Herr Peters…
Andi.

Andi, von Deinem Buch Nordseetaucher gibt es inzwischen eine Hörbuchfassung und eine englischsprachige Ausgabe. Du liest daraus vor Publikum und bist im Fernsehen aufgetreten. Hättest Du gedacht, dass ein Buch für Taucher so ein großer Erfolg werden könnte?
Erfolg ist relativ. Wir sind ja mit einer kleinen Auflage gestartet. Aber, ja, die Bücher, die wir drucken ließen, sind fast vollständig verkauft. Es gibt nur noch Restexemplare. Übrigens, das haben wir herausgefunden, 60 Prozent meiner Leser sind gar keine Taucher.

Keine Taucher? Was meinst Du, warum kaufen die dann Dein Buch?
Jeder Mensch träumt irgendwie vom Abenteuer. Ich sehe das immer, wenn ich davon erzähle, was ich in den vergangenen 16 Jahren auf der Nordsee alles erlebt habe. Meine Frau hat dann irgendwann zu mir gesagt: „Wär doch viel besser, Du schreibst die ganzen Geschichten mal auf. Dann verdienst Du wenigstens was damit.“ Das hab ich gemacht. Und irgendwie kommt das gut an.

Und woran liegt das?
Mein Buch liest sich ja wie ein Roman. Nichts ist erfunden. Alles ist wirklich so passiert. Und wenn die Leute meine Geschichten lesen, können sie mit mir auf die Reise gehen. Ich hab auf der boot in Düsseldorf viele Gespräche mit Lesern geführt. Und viele haben mir gesagt, dass sie sich beim Lesen so gefühlt haben, als wären sie mit mir am Meeresgrund gewesen. Das ist echt ein tolles Lob. Im Moment arbeite ich an meinem neuen Buch.

Dein neues Buch?
Ja, es soll im Sommer erscheinen. Es heißt „Zurück zum Meeresgrund“ und ist eher krimimäßig geschrieben. Trotzdem geht es um Erlebnisse und Fakten. Im Mittelpunkt stehen natürlich wieder Wracks. Besonders das Wrack der Cimbria, das ich intensiv betaucht habe. Die Cimbria war ein Auswandererschiff. 1883 ist es gesunken, nachdem es auf dem Weg von Hamburg nach New York vor Borkum mit einem englischen Kohledampfer kollidiert ist. 437 Passagiere haben bei dem Unglück ihr Leben verloren. Die Geschichte wollte ich eigentlich schon in mein erstes Buch mit aufnehmen.

Mit Deinen Geschichten rührst Du kräftig die Werbetrommel für das Wracktauchen…
Natürlich wecken meine Geschichten Interesse. Deswegen habe ich sie ja aufgeschrieben. Ich höre oft: Ich will auch mal an einem Wrack in der Nordsee tauchen. Aber die Frage ist doch: Bringen die Leute es auch, wenn es darauf ankommt. Das Tauchen in der Nordsee ist nicht ohne. Die Tiefe ist dabei gar nicht das Problem. Meist bewegen wir uns in Tiefen zwischen 20 und 30 Metern. Aber oft ist die Sicht schlecht. Wetter, Seegang, Kälte und die Strömung sind ebenfalls Herausforderungen.

Also willst Du eher davon abraten?
Nein. Gar nicht. Aber die Leute müssen mit der richtigen Einstellung an die Sache rangehen. Ein gesunkenes U-Boot ist nämlich erst einmal nur ein 50-60 Meter langes Stahlrohr. Erst die Geschichte, die dieses Stahlrohr erzählt, macht es so spannend.

Und doch sicher auch die Fundstücke, die in manchem Wrack auf Entdeckung warten…
Ganz ehrlich: Mich kotzt diese Schatzsucher-Mentalität von manchen Wracktauchern an. Ich möchte, dass am Ende etwas bleibt. Etwas, das an die Menschen erinnert, die mit dem gesunkenen U-Boot unterwegs waren. An die Menschen, die beim Untergang gestorben sind. So wie die Passagiere der Cimbria. Dort soll übrigens auch ein Goldschatz an Bord gewesen sein. Und ich bin mir fast 100-prozentig sicher, dass der Schatz bei früheren Bergungsarbeiten heimlich weggeschafft worden ist. Obwohl das natürlich in keinen Berichten vermerkt ist. Aber das erzähl ich dann alles in meinem neuen Buch…

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