Attersee-Hai „Sparky“ bekommt eine neue Heimat im Freibacher Stausee in Kärnten

Attersee-Hai „Sparky“ bekommt eine neue Heimat im Freibacher Stausee in Kärnten

Ein Hai geht auf Reisen. „Sparky“ war 2013 von Mitgliedern der Haischutz-Organisation Sharkproject im Attersee versenkt worden. Jetzt wird der rund drei Meter lange Kunststoffhai nach Kärnten gebracht.

Ein Hai für den Freibacher Stausee: „Sparky“ verlässt den Attersee in Oberösterreich und wird ab Ende Juli in Kärnten zu sehen sein. „Haimigration in Österreich – Das ist ein seltenes Naturphänomen“, scherzt Walter Buchinger, Präsident der Haischutz-Organisation Sharkproject Austria.

"Sparky" auf dem Trockenen. Bald wird er im Freibacher Stausee eine Attraktion für Taucher sein. (Fotos: Sharkproject Austria)

„Sparky“ auf dem Trockenen. Bald wird er im Freibacher Stausee eine Attraktion für Taucher sein. (Alle Fotos: Sharkproject Austria)

Anfang Juni 2013 hatten Mitglieder von Sharkproject Austria einen fast drei Meter langen Kunststoffhai im Attersee versenkt. Und sie gaben ihm den Namen „Sparky“. Hintergrund der Aktion: Das Plastiktier soll Taucher an die prekäre Situation seiner lebenden Kollegen in den Weltmeeren erinnnern. „Jährlich werden – vorsichtig geschätzt – etwa 100 Millionen Haie von Menschen getötet“, sagt Buchinger. Warnungen von Wissenschaftlern, die immer wieder auf die negativen Auswirkungen von Hai-Tötungen hinweisen, verhallten oft ungehört.

Umzug von Oberösterreich nach Kärnten
Dass „Sparky“ bald im Freibacher Stausee „schwimmt“, geht zurück auf eine Inititiative von Heinz Kampfer, dem Leiter der Tauchsektion des Betriebssportklubs des Energieversorgers Kelag. Er trat vor wenigen Monaten mit der Idee des Umzugs von Oberösterreich nach Kärnten an Sharkproject heran.

Programmübersicht.

Programmübersicht.

„Diese Idee hatte für uns Charme, liegt es doch in der Natur der Haie, weite Distanzen zurückzulegen und zeitweilig andere Habitate aufzusuchen“, erklärt Sharkproject-Präsident Buchinger.

Multimedia-Vortrag über Haie
Zwei Tage lang wird die Ankunft von „Sparky“ am Freibacher Stausee gefeiert. Am Samstag, 25. Juli, gibt es um 20 Uhr einen Multimediavortrag zum Thema „Haie – Mörder, Monster, Menschenfresser?“ – dabei soll das negative Image von Haien zurechtgerückt werden.

Am Sonntag, 26. Juli, wird „Sparky“ dann gegen 11 Uhr an der Badewiese des Stausees zu Wasser gelassen und befestigt. Anschließend findet noch eine Geburtstagsfeier anlässlich des fünfjährigen Bestehens von Sharkproject Austria statt. (tap)

Sharkproject Austria - ein Kurzportrait

Sharkproject Austria wurde 2010 als nationaler Ableger der weltweit tätigen Dachorganisation gegründet. Gemeinsam mit ihr bemüht sich der Verein, die internationalen Kampagnen in Österreich umzusetzen, den Hai zu „entkriminalisieren“ und seine Bedeutung für den Menschen darzustellen.

„Kaum bekannt ist, dass den – bedauerlicherweise – zehn Menschen, die jährlich bei Haiunfällen ums Leben kommen, etwa 100 Millionen Haie gegenüberstehen, die durch Menschen getötet werden, vielfach nur ihrer Flossen wegen, die im asiatischen Raum als Suppenspezialität und Aphrodisiakum gelten…“, heißt es bei Sharkproject.

Sharkproject Austria sucht die Öffentlichkeit und möchte durch Medien- und Messepräsenz, Ausstellungen, Vorträge (Schwerpunkt Schulen) und Veranstaltungen auf die Ausrottung der Haie und deren Konsequenzen aufmerksam machen.

Die Aufgaben des Vereins werden in „schlanker“ Organisation durch zwölf ehrenamtliche Mitglieder, die sämtliche Spesen selbst tragen, wahrgenommen. Unterstützt werden sie insbesondere bei personalintensiven Einsätzen, etwa Messen, durch ein sogenanntes „Aktivteam“. Die Finanzierung aller Projekte erfolgt durch Mitgliedsbeiträge, Patenschaften, Spenden und Sponsoring. 2014 wurde der Organisation das Spendengütesiegel verliehen.

Überwiegend sind Sharkproject-Mitglieder Hobbytaucher, die sich in der Natur und im Umgang mit Tieren Wissen und Erfahrung aneignen konnten und dies weitergeben wollen. Für spezielle Fragestellungen greift das Team zurück auf die Expertise zahlreicher Wissenschaftler, darunter Biologen, Mediziner und Toxikologen.

- Anzeige -


Verwandte Artikel

Wie zwei Brüder in Florida einem Hammerhai in Not geholfen haben

Marcus Lakos und sein jüngerer Bruder Logan haben an einem Strand in Florida einem Hammerhai in Not geholfen. Das Video, das sie von ihrer Rettungsaktion gedreht haben, verbreitet sich rasend schnell im Internet.

Taucher werden zu Archäologen – Seminar auf dem Meeresgrund

Im Sommer 2015 geht es in Rostock wieder ums Wracktauchen. Vom 24. Bis 29. August 2015 will die Gesellschaft für Schiffsarchäologie in Theorie und Praxis vermitteln, warum Wracks nicht nur spannende Tauchziele sind.

Griechische Tauchbasen starten gemeinsam „scubahellas.com“

Tauchen in Griechenland: 3000 Inseln, Wracks, Höhlen, Grotten – und die längste Küstenlinie Europas. Jetzt haben sich Tauchbasen aus dem ganzen Land zusammengetan. Gemeinsam sind sie „scubahellas.com“.

  1. PreinigManfred
    PreinigManfred 11 März, 2017, 10:09

    Ich finde es super was ihr da für die Haie organisiert.Ich selbst bin Taucher und gehöre dem LPSV-Kärnten, Sektion: Tauchen, an. Habe bereits im August 2016 im Freibacher Stausee euren Hai besichtigt u fotografiert. Hatte bereits schon Begegnungen mit verschiedenen Haienarten. Am 20.03.2017 fliegen meine Frau und ich nach Margate (Südafrika) um dort mit Tiger-, Bullenhaie, ev Black Tip, zu tauchen. Wir hoffen dort tolle Fotos und Videoaufnahmen zu machen. Da ich selbst ein „Haifan“ bin, wünsche ich euch noch viel Erfolg.

    Reply this comment

Kommentar schreiben

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*