Flusstauchen – Apnoe-Taucher stellen in der Ruhr Weltrekorde auf

Flusstauchen – Apnoe-Taucher stellen in der Ruhr Weltrekorde auf

Bei einer inoffiziellen Weltmeisterschaft in Essen haben Apnoe-Taucher am Samstag mehrere Weltrekorde aufgestellt. Es galt, mit nur einem Atemzug eine möglichst lange Strecke durch den Fluss zu tauchen. Die weiteste Distanz legte Jonas Krahn zurück.

Apnoe-Streckentauchen in einem Fluss ist keine offizielle Wettkampf-Disziplin. Die „Weltrekorde“, die Apnoe-Taucher am Samstag in Essen aufgestellt haben, werden daher niemals in die Geschichtsbücher eingehen. Dennoch zeigten die rund 20 Teilnehmer reichlich sportlichen Ehrgeiz.

Vor dem Wettkampf hatten die Sportler als Ziel ausgegeben, beim Fluss-Freitauchen die 400-Meter-Marke zu knacken. Allerdings hatten sie im Fluss mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen: Die Strömung der Ruhr war am Samstag zu gering, als dass sie für spürbaren Vortrieb gesorgt hätte, und viele Schwebeteilchen im Wasser sorgten dafür, dass die Führungsleine kaum zu erkennen gewesen ist.

TV-Interviews: Freitaucher Jonas Krahn nach Verlassen des Wassers.

TV-Interviews: Freitaucher Jonas Krahn nach Verlassen des Wassers.

Jonas Krahn siegte bei den Männern
Freitaucher Jonas Krahn war aus Berlin nach Essen gereist, um in der Ruhr einen Rekord aufzustellen. Mit Erfolg: Der 30-Jährige tauchte eine Strecke von 225 Metern durch den Fluss. „Ich hätte vielleicht noch mehr geschafft“, sagte er später. „Doch unter Wasser war es sehr schlammig, die Sicht war trüb – ich wusste, mein Sicherungstaucher kann mich nicht sehen, da hab ich vorzeitig abgebrochen.“ Eigentlich startete Jonas Krahn bei der Veranstaltung in Essen außer Konkurrenz: Er gehört zu den besten deutschen Freitauchern und hat bereits eine Reihe (echter) Rekorde aufgestellt. Seine Karriere ist Thema der Dokumentation „Blackwater“, die ab Herbst zu sehen sein soll.

Eine Urkunde bezeugt den inoffiziellen Weltrekord. (Fotos: Tobias Appelt)

Eine Urkunde bezeugt den inoffiziellen Weltrekord. (Fotos: Tobias Appelt)

Bei den Damen siegte Sarah Römer aus Frankfurt am Main mit einer getauchten Strecke von 126 Metern. Für sie ist es bereits der zweite inoffizielle Weltrekord, den sie aufgestellt hat. Im vergangenen Jahr setzte sie bei einer Veranstaltung für Apnoe-Taucher im Schieferbergwerk Nuttlar eine Bestmarke, als sie weiter als alle anderen Teilnehmer in einen gefluteten Bergbaustollen hinein tauchte.

Tauchen in der Ruhr nur mit Sonder-Genehmigung
Das Tauchen in der Ruhr ist für gewöhnlich nicht erlaubt. Doch der Essener Tauchclub Dive-in-Essen besitzt eine Ausnahmegenehmigung für Tauchgänge in dem Fluss. Davon erfuhr der Apnoe-Tauchlehrer Werner Giove aus dem hessischen Groß-Gerau. Es folgten Gespräche zwischen Giove und Dive-in-Essen – und am Ende stand der Plan für die Veranstaltung „Alles im Fluss“, die an diesem Wochenende stattgefunden hat. (tap)

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